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Kita Schedestraße: Wir begrüßen den Frühling!

Der folgende Text über ein Frühlingsprojekt stammt von der Abteilungsleiterin Cristina Conrad aus der Eppendorfer Kita Schedestraße. Das Besondere an diesem Projekt war, dass tatsächlich die gesamte Kita  daran teilgenommen hat und alle zusammen etwas lernten über den Frühling in all seinen Facetten:

 

An unserem Frühlingsprojekt im März des vergangenen Jahres waren nicht nur einige Kinder und Erzieherinnen, sondern vom jüngsten bis zum ältesten Kita-Mitglied tatsächlich alle 200 Kinder und 35 Mitarbeiterinnen unserer Kita beteiligt. Wir hatten solche 'Großereignisse' bis dahin nur durch eintägige Gesamtveranstaltungen unserer Kita erprobt, doch nach deren erfolgreichen Verlauf bei einem Studientag beschlossen, uns einer neuen Herausforderung zu stellen. Vom Krippenkind bis zur Hausarbeiterin sollte diesmal einfach jede und jeder mitmachen!

 

Wir sammelten erste Ideen und legten die Mitglieder für die Projekt-AG fest. Bei unserem ersten AG-Treffen, noch im Januar, stimmten wir uns mit dem "Frühling" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten" ein. Die vorgelesene Kinderbuch "Finchen und der Frühjahrsputz" brachte uns zum Schmunzeln und so langsam sprossen dabei die Ideen, mit welchen Aktionen man einem großen Frühjahrsprojekt Leben einhauchen könnte.




Wir wählten die Angebote für unser Projekt bewusst in Anlehnung an die sieben Bereiche der Hamburger Bildungsempfehlungen aus. Die vielfältigen Fähigkeiten unserer Kita-Mitarbeiterschaft sollten so thematisch auf die erste Jahreszeit bezogen und von allen Kindern genutzt werden können.

Damit es für alle Kinder Wiedererkennungspunkte gab, hatten wir für die Projektwoche folgende Eckdaten festgelegt:

-           Morgendliches Treffen der AG-Mitglieder der Projektplanung

-           9.45 Uhr: Morgenrunde mit Liedern und Bewegungsspielen für alle

Danach Vorstellen der einzelnen Angebote des Tages anhand von Anschauungsmaterialien; Zuordnung der jeweils interessierten Kinder zu dem vorgestellten Angebot

-           Krippe: Aktionen bis 11.00 Uhr, dann Krippenabschlusskreis und anschließendes Mittagessen

-           Elementarbereich: Aktionen bis 11.30 Uhr, dann Abschlusskreis & anschließendes Mittagessen

-           Hortkinder: 14.30 Uhr Begrüßungskreis mit Liedern und Vorstellen der Aktionen, Aktionen bis 15.45 Uhr, Abschlusskreis 15.45 Uhr

 

Dieser wiederkehrende Ablauf sollte den Kindern während der Woche eine verlässliche Orientierung und Sicherheit bieten.

 

Währenddessen marschierte auf leisen Sohlen der Frühling heran. Als "Wir begrüßen den Frühling" begann, war laut Kalender zwar noch Winter, doch es war trocken und relativ mild. Und da wir inzwischen gut vorbereitet waren, konnte uns nichts mehr am Start hindern!




Unser Hauptaktionsbereich war die Säuberung und Verschönerung unseres Außengeländes. Da galt es, gemeinsam geharktes Laub und Unkraut in den Gartencontainer zu fahren, Müll zu sammeln, Pflanzerde auf die gesäuberten Beete zu verteilen, sowie neue Beete anzulegen. Bei diesen Aufgaben waren die Kinder aller Altersgruppen bis zum Ende der Projektwoche mit großer Begeisterung und Ausdauer dabei. Gut ausgestattet mit entsprechender Kleidung und Gartengerätschaften legten die Kinder sehr aktiv und zielgerichtet ihre ganze Kraft in das mit ihnen vorher ausgewählte Gartenstück. Dabei wurden von den Kindern Pflanzen und Tiere entdeckt, die von ihnen bei anderen Aktivitäten im Garten weniger bewusst wahrgenommen worden sind.


So wurde zum Beispiel beim Laubharken unseres Hinterhofes ein Igel gefunden, der sich noch im Winterschlaf befand. Rücksichtsvoll ließen ihn die Kinder unter seiner Laubdecke weiterschlafen. Damit er seinen Winterschlaf in Ruhe beenden konnte, markierten die Jungen und Mädchen diesen Bereich sogar mit Absperrband als Schlafterritorium des Igels. Dabei besprachen wir mit den Kindern, warum einige Tiere – welche eigentlich? – Winterschlaf halten und andere nicht.

 

Überhaupt fanden zwischen Kindern und Erzieherinnen während der Gartenaktionen viele intensive Gespräche statt. Wir wurden wieder einmal daran erinnert, dass auch wir Erwachsene noch einiges von den Kindern lernen können., z.B. den neugierigen, faszinierten Blick auf die Natur.

 



Neben der täglichen Gartenaktion auf unserem Außengelände fanden täglich 4-5 weitere Angebote statt.

Dazu zählten z.B.:  Singen von Frühlingsliedern und Musizieren mit Orff-Instrumenten (Glockenspiele, Schellen, Rasseln, Trommeln etc.); themennahes Kochen und Backen (Pellkartoffeln mit frischem Kräuterquark, Frühlingsgemüsesuppe, Dinkelbrötchen); Aussähen von Kresse, Bohnen und Erbsen; Blumentöpfe für eigene Pflanzen bemalen;  Experiment "Erbsen knacken" (getrocknete Erbsen in feuchten Gips gelegt entwickeln bei der Ausdehnung eine solche Kraft, dass der trockene Gips später rissig wird).



Aber natürlich wurden auch Frühlingsbilder gemalt, ausgiebig thematisch passende Bilderbücher betrachtet, im Freien Marienkäfer und Raupen gesucht und gefunden. Wir erforschten die Natur mit Becherlupe, Lupe und Mikroskop, und wir schlugen in Büchern nach, wie die
  entdeckten Pflanzen und Tieren heißen. Auf dem Außengelände legten wir gemeinsam neue Steinkreisbeete an, und  an der Feuerstelle vertrieben wir am kalendarischen Frühlingsbeginn den Winter und begrüßten den Frühling (natürlich mit Stockbrotgaren!).

 

Die Präsentation unserer jeweiligen Angebote für die Eltern und Kinder erfolgte als tägliche Dokumentation mit einem entsprechenden Foto plus Text, sowie einem  Tagesprotokoll über den Verlauf und die Besonderheiten des Tages. Zusätzlich wurden die Materialien, die Produkte und die Endergebnisse der Kinder unter dem entsprechenden Plakat des Angebotstages ausgestellt.

Kinder, Eltern und Mitarbeiterschaft freuten sich an diesen täglich wachsenden Dokumentationsgegenständen unseres Frühlingsprojektes. So viele anregende, intensive und themenbezogene Gespräche wie in dieser Projektwoche hatten wir, so fanden wir, in der Vergangenheit noch kaum je geführt. Unsere Angebote wurden durch die Dokumentation und die Hinweise, in welche der jeweiligen Bildungskategorien sie gehörten, ganz anders wahrgenommen. Durch den intensiveren Austausch zwischen allen am Frühlingsprojekt Beteiligten entstand eine noch tiefere Bindung zwischen Kindern, Mitarbeiterschaft und Eltern sowie zwischen den verschiedenen Bereichen unserer Kita.


 


So haben wir die Herausforderungen der Projektwoche "Wir begrüßen den Frühling" gut gemeistert. Wir haben in dieser Zeit viel Spaß, die Freude am gemeinsamen Tun und oft auch den staunenden Blick erlebt und waren alle stolz auf unser gemeinsames Projekt! Die Hamburger Bildungsempfehlungen konnten in der Umsetzung 'live und in Farbe' erlebt werden.

Noch immer klingt diese Projektwoche in unserer Kita positiv nach – weshalb wir auch den nächsten Frühling wieder mit einer einwöchigen Projektwoche begrüßen wollen!  

Wenn Sie mehr über die Kita Schedestraße in Eppendorf erfahren möchten, klicken Sie bitte hier!


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